Startseite        Branchenbuch Frankfurt (Oder)        Karriere        Häufig gestellte Fragen (FAQ)        Impressum        Downloads        Sitemap


  Wir über uns Leistungsspektrum News & Termine Info-Center Mitgliedschaft
 
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Unternehmensfinanzierung
Kreditmanagement
International Business
Wirtschaftsinformationen
Marketing
Recht und Steuern
Forderungsmanagement
Systeme & Beratung
Online-Rechner
Lexikon Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Aktuelle Wirtschaftsforschung
Creditreform Akademie
 

Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Unternehmensführung Verschiedene Wege

Verschiedene Wege

Creditreform Unternehmermagazin

Creditreform Magazin, 04.10.2010


Heutige Strategien für die Altersvorsorge decken nicht nur die Versorgungslücke ab, sondern auch biometrische Risiken. Wir zeigen Wege zur maximalen Privatrente.

Dass Oliver Kahn eine Menge vom Halten versteht, ist unbestritten – aber dass er dieses Talent nicht nur auf dem Rasen, sondern auch beim Halten von Fachvorträgen nutzen kann, will er auf der Fachmesse DKM 2010 am 27. und 28. Oktober in Dortmund unter Beweis stellen. Im Kreise illustrer anderer Referenten, etwa dem ehemaligen EU-Kommissar Günter Verheugen oder ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, spricht der langjährige Nationaltorhüter über die Wichtigkeit passgenauer Beratung bei der privaten Altersvorsorge.

Denn wie nicht nur Kahns Werbepartner, die Fondsgesellschaft DWS, beobachtet hat, ist die Kundschaft in den vergangenen Jahren aufgeklärter und kritischer geworden. Die meisten Sparer haben sich mit ihrer drohenden Versorgungslücke – Differenz zwischen letztem Nettoeinkommen und den Leistungen der gesetzlichen Rente – längst befasst und suchen nun nach den Produkten, die zu ihren individuellen Zielen am besten passen. Immer im Blick dabei: das magische Dreieck aus Liquidität, Sicherheit und Rendite. Kein Wunder, dass die DKM-Veranstalter das Messeprogramm angepasst und erweitert haben, damit auch unabhängige Versicherungsvermittler und freie Finanzberater künftig eine höhere Beratungsqualität bieten können – etwa, indem sie kundenspezifischen Anlagestrategien individuell berechnen. „Erstmals findet parallel ein IT-Kongress rund um neue Technologien für Beratung und Vertrieb statt“, berichtet Dieter Knörrer, Geschäftsführer beim Veranstalter bbg.

Drei Schichten statt Säulen

Und geht es nach Wolfgang Hiemer, der bei Swiss Life für Produktkonzeptionen zuständig ist, müsste man zu der Vielzahl von Vorsorgeprodukte auf dem Markt noch die diversen unterschiedlichen Alterssicherungsstrategien hinzurechnen. Dies mache den „Dschungel der Möglichkeiten“ noch dichter – und eine professionelle Beratung noch dringender. Um hier schon von vornherein die Kundenorientierung zu erleichtern, sprechen Anlageexperten inzwischen nicht mehr nur von „drei notwendigen Säulen“ wie bislang – der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorge –, sondern detaillierter von einem „Drei-Schichten-Modell“.

Die erste Schicht stellt dabei mit gesetzlicher Rentenversicherung, berufsständischer Versorgung und Rürup-Rente gewissermaßen die Basisversorgung dar. Wichtig zu wissen: Die durch Beitragszahlung erworbenen Rentenansprüche können in der Regel nicht vererbt, beliehen, veräußert oder übertragen werden. Die zweite Schicht beinhaltet Zusatzversorgungen wie die betriebliche Altersvorsorge oder die Riester-Rente. Zur dritten Schicht gehören Kapitalanlageprodukte, zum Beispiel Lebensversicherungen, aufgeschobene Rentenversicherungen, fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherungen, Bank- und Investment-Sparpläne sowie Immobilien.

Bitte möglichst individuell

Klar ist: Wer in zwölf oder 17 Jahren aus dem Berufsleben aussteigt, für den empfiehlt sich eine andere Strategie oder Kombination von Angeboten aus den drei Schichten als für einen Berufseinsteiger. Auch das Konzept für einen Solo-Selbstständigen – mehr als die Hälfte aller Selbstständigen in Deutschland sind Ein-Person-Unternehmen – unterscheidet sich von dem eines Angestellten. Verschieden sind ebenso die Weichenstellungen für eine Familie und für einen Single. Dazu kommt, dass in heutigen Vorsorgestrategien in der Regel auch biometrische Risiken mitberücksichtigt werden. Zu diesen Risiken zählen Unfalltod, Invalidität, schwere Erkrankung, Berufsunfähigkeit und Pflegefall. Versicherungsfachleute ordnen sie der dritten Schicht zu, zumal sie oft eine Ergänzung zu einer Kapitalanlage-Offerte darstellen. Mit nur einem Versicherungskonzept sollen möglichst alle Eventualitäten abgedeckt werden.

Wie wichtig zum Beispiel die berufsbezogene Absicherung ist, bestätigte jüngst das Statistische Bundesamt: Jeder vierte Arbeitnehmer scheidet derzeit wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vor Erreichen des Rentenalters aus dem Arbeitsleben aus. Der Dialog Lebensversicherungs-AG entsprechend liegt das Durchschnittsalter des Eintritts der Berufsunfähigkeit bei 44,8 Jahren. HDI-Gerling Leben gewann die Erkenntnis, dass bei der beruflichen Vorsorge Kunden oftmals nur lückenhaft Bescheid wissen. „Berufsunfähig bedeutet nicht, dass der Betroffene gar nicht mehr arbeiten kann. Auch wenn er einen anderen Job durchaus erledigen könnte, wird die Versicherung fällig“, verspricht HDI-Gerling-Vertriebsvorstand Lüder Mehren. Die Nürnberger Versicherung warnt bei der Vorsorgeberatung davor, sich auf die gesetzliche Pflegeversicherung zu verlassen. Diese biete wie die gesetzliche Rentenversicherung nur eine Grundsicherung, eine zusätzliche private Vorsorge sei unerlässlich. Der Versicherer hat deshalb spezielle Pflegerentenversicherungen entwickelt, die sofortigen Versicherungsschutz garantieren, bei Pflege zu Hause oder im Heim, einerlei ob in Deutschland oder im Ausland – ein Leben lang, auch bei Demenz. Und die Gothaer Lebensversicherung offeriert bei ihren Vorsorgeempfehlungen die erste fondsgebundenen Pflegeversicherung auf dem deutschen Markt.

Lebensversicherung hin, Rentenversicherung her – was das komplexe Thema „steuerliche Förderung“ angeht, sieht Swiss-Life-Mann nach wie vor große Wissenlücken bei den Kunden. „Der Ertrag, also die Differenz zwischen Auszahlung und geleisteten Beiträgen, ist bei der Kapitallebensversicherung zur Hälfte steuerfrei“, stellt er klar. Vorausgesetzt, der Vertrag lief mindestens zwölf Jahre – und der Vertragsinhaber ist 60 Jahre oder älter. Für die Rentenversicherung hat er folgendes Beispiel parat: Wenn ein Mann, 65 Jahre, 1.000 Euro monatliche Privatrente bezieht, und deren Ertragsanteil 18 Prozent beträgt, unterliegen lediglich 180 Euro der Besteuerung. Gilt ein Steuersatz von 30 Prozent, sind von der Rente also gerade einmal 54 Euro Einkommensteuer zu bezahlen – 946 Euro bleiben übrig.

Wie die Vertriebler von Swiss Life bemerken, stößt aktuell vor allem die fondsgebundene Rentenversicherung, also eine Kombination aus Lebensversicherung und den Renditechancen des Aktienmarkts oder einer Fondsanlage, auf besonderes Kundeninteresse. Dies bestätigt auch Günther Soboll, Hauptbevollmächtigter der Canada Life für Deutschland. Und zwar mit Blick auf die konzerneigene Garantie Investment Rente, die gegen Einmalbeitrag einen Versicherungsschutz in Form einer aufgeschobenen – bis zu 20 Jahre – oder sofort beginnende Altersrente gewährleistet. Kunden stehen je nach Risikoneigung drei unterschiedliche Fondsportfolios zur Wahl: „Chance“, „Balance“ und „Defensiv“. Soboll ergänzt: „Egal für welches Risikoprofil sich die Versicherten entschieden haben, außergewöhnliche Zuwächse sorgen für eine höhere, garantierte und lebenslange Rente.“ Die Rentenbasis sinke nur dann, wenn der Kunde Kapital aus dem Anteilguthaben entnehme. Ab dem sechsten Versicherungsjahr sind Entnahmen kostenfrei.

Im Nachfragetrend liegen gleichfalls die fondsgebundenen Produkte der Condor Versicherungsgruppe, die zum R+V Konzern gehört, dem zweitgrößten Lebensversicherer Deutschlands. Geboten wird die größte Fondsauswahl am deutschen Versicherungsmarkt: 123 Fonds von mehr als 40 Kapitalanlagegesellschaften. Das Fondsangebot wurde erst vor kurzem ausgebaut, weitere Aufstockungen sollen folgen. Ein Berechnungsbeispiel, was sowohl ein 50-Jähriger als auch ein 35-Jähriger Angestellter unternehmen können, um ihre Versorgungslücke vor Renteneintritt zu schließen, haben die Experten der Allianz für „Creditreform“ beispielhaft ausgerechnet (siehe Tabelle)

Autor: Gerd Zimmermann


Berechnungsbeispiel – damit bei Renteneintritt keine Versorgungslücke klafft

Eigens für „Creditreform“ haben die Experten der Allianz zwei Beispielrechnungen aufgestellt für zwei typische Altersstufen und Gehaltsklassen. Ihr Tipp: Lassen Sie den Unterschied zwischen gesetzlicher und ihrem Lebensstandard entsprechender Altersversorgung von einem Fachmann, zum Beispiel einem Versicherungsvermittler, feststellen. Danach gilt es, die errechnete Versorgungslücke mit einem ganzheitlichen Vorsorgeplan zu schließen.

Angestellter

50 Jahre alt

35 Jahre alt

Jahresgehalt Brutto 80.000 Euro 40.000 Euro
Jährlich zu versteuerndes Einkommen 72.453 Euro 33.928 Euro
Einkommen brutto pro Monat 6.667 Euro 3.333 Euro
Verfügbares Einkommen pro Monat (netto) 3.743,73 Euro 2.044,48 Euro
Gesetzliche Rentenversicherung Pflichtig, bisher 25 Jahre einbezahlt Pflichtig, bisher zehn Jahre einbezahlt
Angestrebtes Altersvorsorgeziel bei Renteneintritt pro Monat* ca. 5.242 Euro ca. 3.853 Euro
Renteneintritt (Alter 67 Jahre) 1.9.2027 (künftige Beitragszeit 17 Jahre) 1.9.2042 (künftige Beitragszeit 32 Jahre)
Alters- und Erwerbs-unfähigkeitsvorsorge 100% 100%
Hinterbliebenenvorsorge 75% 75%
Pflegevorsorge, Inklusive Abdeckung Pflegeheimkosten von 3.200 Euro pro Monat 75% 75%
Gesetzliche Altersrente zu Rentenbeginn (brutto) ca. 2.629 Euro ca. 1.938 Euro
Versicherungsbeginn 1.9.2010 1.9.2010
Inflationsrate sowie erwartete künftige Gehaltsentwicklung, Steigerung privater und betrieblicher Renten 2,0 % p.a. 2,0 % p.a.
Rentenanpassung Gesetzliche Rente 1,00% p.a. 1,00% p.a.
Versorgungslücke**
bei Renteneintritt pro Monat*
3.217,22 Euro 2.366,24 Euro
Gesamtbeitrag pro Monat ab 1.9.2010 bis Renteneintritt, um Lücke bei Versorgung (Rente und Absicherungen) zu schließen, nach Allianz Vorsorgeplan*** 2.818,67 Euro 720,00 Euro
(Stand: August 2010  |  Quelle: Allianz)

* Wert des heutigen Nettoeinkommens bei Renteneintritt, was die Berücksichtigung der Inflationsrate voraussetzt. Beispiel: Beim 35-jährigen Angestellten liegt das angestrebte Altersvorsorgeziel bei Renteneintritt pro Monat nominal bei ca. 3.853 Euro, als Basis heutiges Nettoeinkommen 2.044 Euro hochinflationiert mit 2 Prozent..

** Versorgungslücke = Differenz Rente und Absicherung zum heute festgestelltem Stand bei Renteneintritt unter Berücksichtigung der Steuer und KVdR/PV.

*** Bei 50 Jährigem: Betriebliche Altersvorsorge mit Höchstbetrag (370 Euro pro Monat) um die vollen Steuer- und Sozialversicherungsvorteile in der Beitragsphase zu bekommen. Riester mit Höchstbetrag um die volle staatliche Förderung (Steuerersparnis und Zulagen) zu erhalten. Basis Rente zur weiteren Schließung der Vorsorgelücke, da in diesem Fall ein rentennaher Jahrgang vorliegt und somit eine günstige Besteuerung im Alter winkt. (Basis Rente unterliegt der steigenden Besteuerung.). Privat Rente zur vollständigen Schließung der Vorsorgelücke.
Bei 35-Jährigem: Betriebliche Altersvorsorge mit Höchstbetrag (370 Euro pro Monat), um die vollen Steuer- und Sozialversicherungsvorteile in der Beitragsphase zu bekommen. Riester mit Höchstbetrag, um die volle staatliche Förderung (Steuerersparnis und Zulagen) zu erhalten. Privat Rente zur vollständigen Schließung der Vorsorgelücke, hier kann z.B. bei einer späteren Hochzeit problemlos eine Hinterbliebenen-Rente eingeschlossen werden.



   Seite: drucken  |  weiterempfehlen  |  verlinken Bookmark and Share
 
Verwandte Themen

 Sicherheit im Sonderfall
 Reicht die Vorsorge?
 Marktforschung im Web 2.0
 Nachhaltige Gewinne
 Höhere Hürden
Creditreform News

15.05.2012 - SchuldnerKlima-Index Deutschland mit 102,3 Punkten im Frühjahr 2012 auf stabil-positivem Niveau mehr

15.05.2012 - Aktuelle Analyse zur Wirtschaftslage im österreichischen Mittelstand mehr

24.04.2012 - CEG Creditreform Consumer GmbH firmiert um in Creditreform Boniversum GmbH und positioniert sich neu mehr

16.04.2012 - Aktuelle Analyse: Wirtschaftslage und Finanzierung im Mittelstand, Frühjahr 2012 mehr

23.03.2012 - Creditreform Beiträge zur Wirtschaftsforschung Nr. 15 mehr

Alle bundesweiten Meldungen
 
  Veranstaltungshinweise
 
 24.05., Düsseldorf - Professionelles Liquiditätsmanagement - Liquidität als wichtigste Steuerungsgröße mehr
 
 19.06., München - Risiko Kundeninsolvenz: Ihre Möglichkeiten als Gläubiger mehr
 
 19.06., Oberhausen - Creditreform energy & risk mehr
 
 21.06., Frankfurt am Main - Creditreform Compliance Forum mehr
 
 12.09., München - Effizientes Debitorenmanagement mehr
 
 
  Kontakt | | Disclaimer | Datenschutz | Downloads | Sitemap    
       
  © 2011 Creditreform Frankfurt (Oder) Wolfram KG | Sophienstraße 26 | D-15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: 03 35 / 6 83 09-0 | Fax: 03 35 / 6 83 09-51 | E-Mail: info@frankfurt-oder.creditreform.de